Ein Teil der Gruppe der freiwilligen Helfer und Jeanne Grabner, Geschäftsführerin der milaa gGmbH

Hands-On-Tag des Rotary Clubs Berlin-Kurfürstendamm bei der milaa gGmbH

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Auf dem Dachboden der Jugendeinrichtung standen die Staubschwaden so dicht, dass die Helfer, die in diesem Raum arbeiteten, nur als Schatten zu sehen waren.


Es sind Mitglieder des Rotary Clubs Berlin-Kurfürstendamm, die hier seit dem Morgen des 6.Mai emsig beschäftigt waren, den Staub zu bannen, die Dachbalken abzuschleifen, die groben Ziegelwände auszubessern und weiß zu streichen, Währenddessen bauten andere Rotary-Freunde im Erdgeschoss Stühle zusammen, die zur Möblierung des Raumes gerade angeliefert wurden.

Was bewegt diese Menschen, ihren Samstag so zu verbringen? Die Idee der so gennannten Hands-on-Tage ist alt. Hier kommen die Mitglieder des Clubs zusammen, anders als in den Arbeitswochen, wo man sich vornehmlich zum gemeinsamen Mittagessen und Netzwerken trifft, um zusammen Hand anzulegen, ganz praktisch aktiv zu werden für ein Projekt, das den Mitgliedern am Herzen liegt. Uns das war in diesem Jahr die neu eröffnete Kriseneinrichtung für Jugendliche von der milaa gGmbH. Dieses Haus bietet Zuflucht, Schutz, Klärung und Neuanfang für 10 Jugendliche, die hier ca. 3-5 Wochen bleiben können und in dieser Zeit intensiv betreut werden. Sie befinden sich alle in einer Krise, Routine gibt es gerade nicht in ihrem Leben, sie müssen sich neu sortieren, waren entweder dort, wo sie wohnten, in Gefahr oder waren selbst eine Gefahr für andere. In der Müllerstr., einer ehemaligen Lackfabrik, die kürzlich erst aufwändig umgebaut wurde, ohne dass der Fabrik-Charme ganz verschwand, kommen sie in einen neuen Lebenszusammenhang, haben intensive Betreuung rund um die Uhr, lernen Regeln im Miteinander und begeben sich auf den steinigen Weg der Selbstreflexion. Die pädagogischen Mitarbeiter sind damit intensiv beschäftigt, sie nutzen alle Räume, innere wie äußere. Aber um den Dachboden konnten sie sich noch nicht kümmern: dabei ist ihnen das Bild der Nutzung klar. Hier, wo man das Haus in seiner Statik erkennen kann, zwischen den unverputzten Ziegelwänden, sollen ein paar Sofas stehen, ein Schreibtisch, freundliches Licht von der Stehlampe: es soll ein Ort werden, an dem die Betreuer einzeln mit den jungen Menschen reden, abseits vom Trubel des Wohnhauses.

Damit dieser Traum wahr wird, engagierte sich also der Rotary-Club Berlin-Kurfürstendamm finanziell – eine Spende von 5.000 € ging vorher auf das Konto der milaa gGmbH – praktisch im Arbeitseinsatz von 12 Mitgliedern und auch organisatorisch, indem sie noch ihre Jugendorganisation – den rotaract Hauptstadtclub –  einluden, von denen weitere 6 freiwillige Helfer kamen. So wurde das gemeinsame Arbeiten auch zum Erlebnis Mensch: sich gegenseitig kennen lernen, über politische und gesellschaftliche Fragen diskutieren, gemeinsam das türkische Mittagspicknick genießen: das war allen eine Freude.

Am meisten freuten sich aber die Mitarbeiter der milaa gGmbH, denn sie hatten am Ende nicht nur einen guten interessanten Tag, sondern auch einen sauberen, weiß gestrichenen Dachboden.

Herzlichen Dank für diese großartige Hilfe.


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