Erste Kältehilfesaison mit Angeboten in Steglitz-Zehlendorf

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1.448 Übernachtungen in den Notübernachtungen: milaa und Ev. Diakonieverein ziehen eine positive Bilanz.


Erstmalig gab es im Rahmen der Berliner Kältehilfe auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zwei Notübernachtungen: die frauenspezifische Einrichtung „Maria&Martha“ sowie das Frauen und Männern offen stehende Projekt „Luis&Luise“. Insgesamt konnten 39 Plätze von Januar bis Ende März durch die beiden Projekte der milaa gGmbH in Kooperation mit dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. im Bezirk zur Verfügung gestellt werden.

Obwohl beide Notübernachtungen in der laufenden Kältehilfesaison eröffnet worden sind, ist das Angebot insgesamt gut angenommen worden. Auch die Differenzierung der Zielgruppen hat sich als sinnvoll erwiesen und somit das bestehende Angebot der berlinweit bestehenden Kältehilfeeinrichtungen ergänzt.

Maria&Martha

  • 36 Übernachtungen vom 2.-31. Januar 2017
  • 103 Übernachtungen im Februar 2017
  • 53 Übernachtungen im März 2017

 

Luis&Luise

16.-31. Januar 2017

  • 40 Übernachtungen von Frauen
  • 110 Übernachtungen von Männern

Im Februar 2017

  • 132 Übernachtungen von Frauen
  • 394 Übernachtungen von Männern

Im März 2017

  • 123 Übernachtungen von Frauen
  • 457 Übernachtungen von Männern

 

Maria&Martha
Auf dem Gelände des Evangelischen Diakonievereins in der Busseallee 21 konnten vom 2. Januar bis zum 31. März insgesamt neun Plätze speziell für Frauen angeboten werden. Berlinweit gab es sieben dieser genderspezifischen Angebote während der Kältehilfesaison. Die Grundidee von Maria&Martha war, eine kleine Einrichtung anzubieten, die als Schutzraum speziell für wohnungslose Frauen dient. Die 4-Zimmer-Wohnung mit zwei Bädern und Aufenthaltsraum liegt im Souterrain/Erdgeschoss, im 1.OG wohnt der Kaufmännische Vorstand des Evangelischen Diakonievereins mit seiner Familie. Die Nachbarn sind Ärzte, Dokumentarfilmer und Architekten, angrenzend befinden sich im Van-Delden-Haus der Gäste- und Tagungsbetrieb sowie das Diakonische Bildungszentrum. Normalerweise wird die Wohnung an Gäste vermietet; auf der Suche nach einem Standort für das Angebot entschieden der Vorstand des Evangelischen Diakonievereins und die Geschäftsführerin der milaa, diese Räume zu nutzen.

Luis&Luise
In Kooperation mit der Berliner Immobilienmanagement und dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf konnte kurzfristig mit der Königin-Luise-Straße 98 ein Objekt für die Berliner Kältehilfe genutzt und am 16. Januar eröffnet werden. Insgesamt standen 30 Plätze für Frauen und Männer zur Verfügung. Obwohl nicht so zentral gelegen wie ähnliche Angebote, war mit dem ersten Abend auch der erste Nutzer vor Ort, zwischenzeitlich erreichte die Nutzerfrequenz 99 Prozent Auslastung.

„Mit den beiden Projekten konnten wir über den Zeitraum eine Notversorgung anbieten. Dass das Angebot von so vielen Menschen angenommen worden ist, zeigt, dass der Bedarf an einer unbürokratischen Übernachtungsmöglichkeit besteht“, so Ann Jeanette Rupp, Standortleiterin der beiden Kältehilfeprojekte. „In Einzelfällen konnten wir z.B. an Sozialberatungsstellen vermitteln, aber viele unserer Gäste wollten nur einen warmen und sicheren Platz für die Nacht und etwas zu Essen.“

„Die milaa engagiert sich im Bereich der Jugend- und Flüchtlingshilfe sowie in der Obdachlosenarbeit. Mit den beiden Kältehilfeprojekten haben wir neue Erfahrungen gesammelt und werden mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf prüfen, ob wir zum 1. November 2017 erneut ein Kältehilfeprojekt anbieten werden“, Jeanne Grabner, Geschäftsführerin der milaa gGmbH.

„Ich freue mich sehr, dass wir erstmals in Steglitz-Zehlendorf zwei Notübernachtungseinrichtungen für obdachlose Menschen anbieten konnten. Die große Zahl der Übernachtungen zeigt, dass auch in unserem Bezirk ein großer Bedarf besteht“, so Jan Dreher, Kaufmännischer Vorstand des Evangelischen Diakonievereins.

 


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